Pas de deux
… oder fugit amor
Ein festes Fundament kann helfen, bedrückende Erkenntnisse zu ertragen …
In der europäischen Mythologie
steht der Stier auch
für allgewaltige Kraft …
Der Mensch – einst ein vollkommener, kugeliger Körper mit zwei gegenüber liegenden Gesichtern: Abstammend von Sonne, Mond und Erde; bestrebt, sich den Himmel aneignen zu wollen; dafür von Zeus zur Strafe in zwei unvollkommene Hälften als Mann und Frau zerschlagen; zwei komplementären Wesen in Liebe vereint; vielleicht die Ganzheit wiederfindend …
Bernd Perlbach
(Gedanken über den Mythos der Kugelmenschen, Aristophanes von Plato in seinem Symposion zugeschrieben)
Alles geben die Götter,
die unendlichen,
Ihren Lieblingen ganz,
Alle Freuden, die unendlichen,
Alle Schmerzen, die unendlichen,
ganz.
Johann Wolfgang von Goethe
Aus einem Brief an Auguste zu Stolberg
Und schnell und unbegreiflich schnelle
Dreht sich umher der Erde Pracht;
Es wechselt Paradieseshelle
Mit tiefer, schauervoller Nacht.
Johann Wolfgang von Goethe
Faust I, Prolog im Himmel, Gabriel
Tarnung braucht das Licht im Leben
und der Dämon in der Nacht,
Gold bringt seine Sucht zum Beben
und das Menschsein ist erwacht.
Ich glaube, dass es das Schicksal des Abendlandes ist, die kritisch rationale, verstehen wollende auf der einen Seite und die mystisch irrationale, das erlösende Einheitserlebnis suchende auf der anderen Seite immer wieder in Verbindung miteinander zu bringen. In der Seele des Menschen werden immer beide Haltungen wohnen, und die eine wird stets die andere als Keim ihres Gegenteils schon in sich tragen. Dadurch entsteht eine Art dialektischer Prozess, von dem wir nicht wissen, wohin er führt. Ich glaube, als Abendländer müssen wir uns diesem Prozess anvertrauen und das Gegensatzpaar als komplementär anerkennen. Indem wir die Spannung der Gegensätze bestehen lassen, müssen wir auch anerkennen, dass wir auf jedem Erkenntnis- oder Erlösungsweg von Faktoren abhängen, die außerhalb unserer Kontrolle sind und die die religiöse Sprache stets als Gnade bezeichnet hat.
Wolfgang Pauli 1954
Von Einstein, Pythagoras und Gauß,
von Riemann und Euklid.
Vom Flachen hin zum Bogen,
von Absolut und Relativ.
Oh Augen, seid am Ende ihr betrogen?
Ist die Gerade etwa schief?
Machst Du, Magie, den Raum zu Zeit,
hälst Du noch mehr für mich bereit?
Es saugt Dein Geist an meiner Sphäre,
Dein Wissen gibt Dir große Ehre,
die Wahrheit doch, die Wahrheit bleibt
für Dich, Du Mensch, Chimäre.
.
Diese Skulptur verweist auf die Entwicklung der Geometrie. Auf dem Sockel ist ein euklidisches Dreieck in der Ebene abgebildet, bei der die Summe der Innenwinkel 180° beträgt. Anders sind die Verhältnisse bei der riemannschen nichteuklidischen Geometrie einer Kugeloberfläche. Anschnitte einer Kugel sind an der Spitze der Skulptur zu sehen. Die goldenen Linien zeigen zwei Längengrade, die den angedeuteten Äquator in einem Winkel von 90° schneiden. Das entsprechende sphärische Dreieck hätte dann eine Innenwinkelsumme, die um 180° größer ist, als der Winkel zwischen den sich auf der Spitze der Skulptur schneidenden Längengraden – eine intrinsische Eigenschaft der Krümmung, nicht nur einer Kugel, sondern allgemein. Betrachtet man das erste Bild, erscheint die Krümmung des vom Betrachter aus gesehenen linken Flügels zur Mitte hin verlaufend, dabei ist der Flügel genauso gestaltet wie der rechte, dessen Krümmung zentrifugal verläuft. Alle drei Flügel haben in Wahrheit die gleiche nach außen gerichtete Krümmung. Dieses Phänomen wird besonders deutlich, wenn die Skulptur in Rotation versetzt wird, angedeutet durch die Bilderfolge. Das heißt, die Wahrnehmung der Krümmung hängt von dem Bezugspunkt des Betrachters ab – sie ist also relativ und kann tatsächlich eine Illusion erzeugen …
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